Presseinformation

22.09.2020

Wirtschaftsregion Westbrandenburg blickt nach der zweiten Umsetzungsphase auf nunmehr 10 Jahre zurück und stellt die Weichen für die Zukunft

Brandenburg an der Havel, Rathenow, Premnitz und der Landkreis Havelland sind in den vergangenen 10 Jahren als Wirtschaftsregion Westbrandenburg eng zusammengewachsen.

v.l.n.r.: Ralf Tebling (Bürgermeister Stadt Premnitz), Roger Lewandowski (Landrat Landkreis Havelland), Jörg Zietemann (stellvertretender Bürgermeister Stadt Rathenow), Steffen Scheller (Oberbürgermeister Stadt Brandenburg an der Havel)
v.l.n.r.: Jörg Zietemann (stellvertretender Bürgermeister Stadt Rathenow), Ralf Tebling (Bürgermeister Stadt Premnitz), Roger Lewandowski (Landrat Landkreis Havelland),Steffen Scheller (Oberbürgermeister Stadt Brandenburg an der Havel), F oto: LOKATION:S
unterzeichnete Kooperationsvereinbarung, Foto: LOKATION:S

Am 22.10.2020 gehen drei weitere Projektjahre der Wirtschaftsregion Westbrandenburg zu Ende. 36 Monate, in denen viele Akteure ihre Kräfte gebündelt haben, Parallelstrukturen abgebaut, viele beliebte Formate fortgesetzt und Veranstaltungen organisiert wurden. „Was lange währt, wird gut.“ Dieser Satz steht exemplarisch für die Entwicklung der Wirtschaftsregion Westbrandenburg. Ein gutes Netzwerk oder eine intensive interkommunale Kooperation aufzubauen, braucht seine Zeit, so das Fazit der Kooperationspartner.

Nachdem der Fokus bis 2015 vornehmlich auf der Entwicklung der Kooperationsstrukturen und der Region selbst sowie der Konzeptionierung von Maßnahmen lag, erfolgte in der Förderphase 2017 bis 2020 die Profilierung der Region. Maßnahmen wurden geschärft, zielgruppenspezifischer ausgerichtet und bedarfsorientiert umgesetzt (Nachfolgeforum, Instagram-Kanal @waswillstdulernen, Unternehmensbesuche, Internetseite wirtschaftsregionwestbrandenburg.de, Ausbildungsbroschüre etc.).

Eine Veranstaltung, die neben „W vor Ort“ und dem „Wirtschaftsmagazin P9“, insbesondere mit der Wirtschaftsregion in Verbindung gebracht wird, ist der seit 2014 auf die Region ausgedehnte Berufemarkt Westbrandenburg. 

Jörg Zietemann, stellvertretender Bürgermeister Rathenows, erinnert sich, dass sein Bürgermeister Ronald Seeger den Berufemarkt jedes Jahr im Kalender vormerkt. Wenngleich im Projekt verschiedene Maßnahmen aus den Bereichen Regionalmarketing, Fachkräftesicherung und Flächenvermarktung bearbeitet werden, so wurde vor allem durch die Ausweitung des Berufemarktes auf die ganze Wirtschaftsregion ein spürbarer Mehrwert für Unternehmen und SchülerInnen geschaffen. Dieser habe sich auch bei den Unternehmen und Schulen etabliert und sei zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender geworden, so Jörg Zietemann.

Mit Ausnahme von Bürgermeister Ronald Seeger steuerte ein neues Führungsteam das Vorhaben „Stärkung der Wirtschaftsregion Westbrandenburg“. Landrat Roger Lewandowski, Bürgermeister Ralf Tebling und Oberbürgermeister Steffen Scheller hatten jedoch auch zuvor bereits Berührungen zur Region und standen deren Weiterentwicklung daher stets optimistisch gegenüber.

Landrat Lewandowski hebt hervor, dass sich die Region entgegen aller Prognosen bezüglich der Einwohnerzahl und wirtschaftlich gerade in den letzten Jahren gut entwickelt hat – diese Gesamtentwicklung ist die Summe aller einzelnen „Erfolge und Errungenschaften“, auch jener aus der Zusammenarbeit als Wirtschaftsregion Westbrandenburg.

Vor den Akteuren liegen jedoch in den kommenden Jahren auch große Herausforderungen, die es gemeinsam zu meistern gilt. Beispielhaft dafür seien die demografische Entwicklung, die Fachkräftesicherung und die wirtschaftliche Entwicklung im Allgemeinen. Mittlerweile hat sich die Kooperation aus Sicht der Verwaltungschefs zu einem wichtigen Baustein der Wirtschaftsförderungen der einzelnen Städte entwickelt.

Am 21.09.2020 unterzeichneten die Kooperationspartner nun erstmals eine Kooperationsvereinbarung zur Wirtschaftsregion Westbrandenburg ohne zeitliche Befristung. Damit einher geht zukünftig auch die Fortführung des Projektes ohne externes Projektbüro. „Auf eigenen Füßen zu stehen“, darin sieht Ralf Tebling zunächst die größte Herausforderung. „Ab Oktober 2020 werden die Kooperationspartner alle Angelegenheiten der Wirtschaftsregion allein regeln. Dem Team von LOKATION:S und messegold gilt unser Dank. Die Zusammenarbeit war professionell und inspirierend. Neben der selbstständigen Aufgabenerledigung gilt es zudem, auf den vereinbarten Kooperationsfeldern voranzukommen.“, so Tebling. Doch die Partner sind sich einig, dass man langfristig auch diese Herausforderungen meistern wird.

Aktuell laufen in Premnitz und Rathenow Stellenbesetzungsverfahren, die eine weitere personelle Unterstützung im Rahmen der Wirtschaftsregion sichern. Und auch in Brandenburg an der Havel hat man dem Umfang, den das Projekt zwischenzeitlich eingenommen hat, Rechnung getragen. Dennoch gilt es zunächst die umzusetzenden Maßnahmen zu priorisieren. Parallel arbeitet das Team an einer erneuten Antragstellung aus dem GRW-I Regionalbudget. Auch die letztmögliche Förderung aus diesen Mitteln wollen die Partner in Anspruch nehmen, um die Arbeit der Wirtschaftsregion zu verstetigen. Jedoch wird das Projektbüro von den Kommunalverwaltungen übernommen und kein Gesamtauftrag mehr vergeben. Vielmehr sollen es einzelne Aufträge oder Lose bspw. für Grafikarbeiten, Druck und Werbematerialien sein.

Oberbürgermeister Scheller skizziert, worin der Erfolg der Kooperation liegt. „Wir sehen uns als gleichberechtigte Partner. Die Dinge, die uns wichtig sind, die klären und entscheiden wir einmütig. Wenn wir mal unterschiedliche Sichtweisen haben, dann finden wir einen Konsens, mit dem wir alle leben können. Dabei beziehen wir im Übrigen auch weitere Partner (z. B. Landesregierung, WFBB, Kammern) mit ein, so Steffen Scheller.

Auch zukünftig sollen wirtschaftsfördernde Akteure der Region als starke Partner der Wirtschaftsregion Westbrandenburg fungieren und zur Markenstärkung beitragen. Die Technische Hochschule Brandenburg trägt bspw. mit ihrem eigenen Projekt GründerRegion Westbrandenburg den regionalen Gedanken über die Stadt bzw. Kreisgrenzen hinaus ins ganze Land und ist in den vergangenen Jahren neben der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern zum verlässlichen Partner geworden, so Scheller weiter.

Torsten Wiemken vom Projektbüro resümiert nach 36 Monaten: „Die freiwillige interkommunale Zusammenarbeit der Partner der Wirtschaftsregion Westbrandenburg zeichnet sich insbesondere durch das hohe Engagement der Kooperationspartner für den gemeinsamen Standort aus. Wir freuen uns, dass wir zusammen mit den Kooperationspartnern der Wirtschaftsregion den Verstetigungsprozess konzipieren durften. Wir wünschen allen Beteiligten und der Region weiterhin viel Erfolg und Freude an der gemeinsamen Arbeit.

Die Kooperationspartner aus den drei Städten und dem Landkreis sind sich einig, dass ohne die tatkräftige sowohl ideelle als auch finanzielle Unterstützung des Landes Brandenburg eine Umsetzung dieser umfangreichen Maßnahmen insbesondere im Bereich Regionalmarketing und Fachkräftesicherung nicht möglich gewesen wäre.